Hintergrund

Radikale Ausprägungen im Islam werden in den letzten Jahren wahrnehmbarer und öffentlich diskutiert. Besonders in den Bereichen Jugendarbeit und Bildung stehen Fragen der Prävention von und Intervention bei Radikalisierungstendenzen junger Menschen immer häufiger auf der Tagesordnung.

Dabei sind die Kenntnisse über Hintergründe, tatsächliche Zahlen und Ausprägungen des islamisch begründeten Extremismus eher gering und wenig durch Faktenwissen gestützt. Auch werden diese Phänomene häufig sehr spezifisch monokausal aus dem Islam heraus begründet. Dementsprechend selten werden sie in den Zusammenhang von Radikalisierungstendenzen und -prozessen im Jugendalter generell oder des gesellschaftlichen Diskurses zum Islam und damit zu Muslimen und Musliminnen gestellt.

Zwar dockt das Entstehen einer salafistischen Szene an internationale Entwicklungen an, doch deren Ausprägungen in Deutschland sind untrennbar mit der hiesigen Gesellschaft verknüpft und lassen sich dementsprechend auch nur unter Berücksichtigung gesamtgesellschaftlicher Faktoren erklären.

Anliegen

Wir wollen durch Präventionsarbeit Jugendliche vor einem Eintritt in die salafistische Szene schützen. Um dieses Ziel zu erreichen richtet sich unsere Arbeit an verschiedene Akteure und Multiplikatoren in Bildungs- und Jugendarbeit und Jugendliche selbst. So klären wir in Rahmen von Schulungen mit Akteuren und Multiplikatoren über Radikalisierung im gesamtgesellschaftlichen Kontext auf. Themen die wir behandeln sind: muslimische Lebenswelten, Islam, lslamismus, Salafismus, szenetypische Merkmale, Radikalisierungsursachen und -verläufe, sowie Prinzipien der Radikalisierungsprävention. Durch diese Breite der Themen möchten wir für die vielseitigen Gründe einer Radikalisierung sensibilisieren und gerade den Unterschied zwischen Radikalisierung und religiösem Verhalten verdeutlichen um einer Stigmatisierung entgegenzuwirken.

 

In der direkten Arbeit mit Jugendlichen werden Fragen von Zusammenleben, Vielfalt, Demokratie und jugendliche Lebenswelten behandelt. Durch unterschiedliche pädagogische Angebote sollen Meinungsbildung, Toleranz und Anerkennung in den (Schul-)Alltag der Jugendlichen fest verankert werden. Dabei setzen wir einen Schwerpunkt auf eine positive und bestärkende Ansprache von Jugendlichen. Dadurch sollen sie in ihrer Wahrnehmung als Teil dieser Gesellschaft gestärkt werden und Kompetenzen im Umgang mit Pluralität und Heterogenität erlangen.